NFS-Export scheint beschreibbar, Änderungen erscheinen aber nicht auf Festplatte

joulethief

New Member
Jan 22, 2026
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Grüße allerseits, ich benötige eure Hilfe bei einem Problem, welches ich nicht so recht nachvollziehen kann:

Ich betreibe einen privaten Server mit Proxmox Virtual Environment 9.4.1.
Auf diesem laufen neben anderen:
  • eine virtuelle Maschine für den Medien-Server Jellyfin und
  • eine weitere VM für einen NFS-Server, um Medien von Clients aus hinzufügen zu können.
Alle Mediendateien für Jellyfin befinden sich auf einer einzelnen, XFS-formatierten Festplatte.
Der Ordner, unter dem diese Festplatte in Proxmox gemountet ist, wird als virtiofs-Share in die Jellyfin-VM gereicht.
Die VM des NFS-Servers erhält "rohen" Zugriff auf diese Festplatte über ein virtuelles Interface scsi1.

Was funktioniert:
  • Jellyfin kann die Mediendaten lesen und abspielen.
  • Der NFS-Server kann den konfigurierten Teil des Dateisystems für die angegebenen Clients exportieren.
  • Die Clients können die NFS-Exports mounten und auf ihnen schreiben.
Das Problem:
  • Die Dateimanager auf den Clients und das Dateisystem des NFS-Servers zeigen die vorgenommenen Dateiänderungen zwar an, aber
  • diese werden offenbar nicht physisch auf die Festplatte geschrieben – das gleiche Verzeichnis bleibt aus Sicht des Proxmox-Hosts unverändert.

Hier noch einmal zur Veranschaulichung:
  1. Der ursprüngliche Inhalt eines Film-Ordners aus Sicht der Jellyfin-VM...
    Code:
    root@jellyfin:~# ls /mnt/Medien/Filme/Beispielfilm/
    Beispielfilm.mkv   Bonusmaterial

    ...und aus Sicht der NFS-Server-VM
    Code:
    root@nfs-server:~# ls /srv/nfsv4/Medien/Filme/Beispielfilm/
    Beispielfilm.mkv   Bonusmaterial

  2. Von einem NFS-Client aus sortiere ich die Dateien des Ordners "Bonusmaterial" um, damit diese von Jellyfin korrekt erkannt werden können. Das Dateisystem des NFS-Servers zeigt diese Änderungen:
    Code:
    root@nfs-server:~# ls /srv/nfsv4/Medien/Filme/Beispielfilm/
    Beispielfilm.mkv   'Behind the Scenes'   Extras   Trailers

  3. Die Inhalte eben dieses Ordners bleiben unverändert aus Sicht des Hosts und damit auch der Jellyfin-VM:
    Code:
    root@proxmox:~# ls /mnt/Medien/Filme/Beispielfilm/
    Beispielfilm.mkv Bonusmaterial
    Code:
    root@jellyfin:~# ls /mnt/Medien/Filme/Beispielfilm/
    Beispielfilm.mkv Bonusmaterial
Was mache ich falsch?


Edit: Hier noch die Konfigurationsdatei /etc/exports des NFS-Servers:
Code:
/srv/nfsv4              <IP_CLIENT_A>(rw,sync,root_squash,subtree_check,fsid=0)      <IP_CLIENT_B>(rw,sync,root_squash,subtree_check,fsid=0)
/srv/nfsv4/Medien       <IP_CLIENT_A>(rw,sync,root_squash,subtree_check)             <IP_CLIENT_B>(rw,sync,root_squash,subtree_check)
 
Last edited:
Hallo @joulethief,

Das Problem ist, dass du dasselbe XFS-Dateisystem gleichzeitig von zwei unabhängigen Systemen aus mountest – einmal vom Proxmox-Host (und per virtiofs an Jellyfin weitergereicht) und einmal von der NFS-Server-VM über das rohe SCSI-Device. Das ist mit einem nicht-clusterfähigen Dateisystem wie XFS nicht zulässig.

Jedes System hat seinen eigenen Buffer-Cache und sein eigenes Journal. Wenn die NFS-Server-VM schreibt, bekommt der Kernel des Hosts davon nichts mit – er arbeitet mit seinem veralteten Cache weiter. Umgekehrt genauso. Schlimmer noch: Das kann früher oder später zu Dateisystem-Korruption führen.

Lösung: Die Platte darf nur von einem System gemountet werden. Zwei sinnvolle Varianten:
  1. NFS-Server-VM als alleinigen Zugriffspunkt nutzen: Die Platte nur der NFS-VM per SCSI zuweisen. Jellyfin greift dann ebenfalls per NFS auf die Medien zu statt per virtiofs. Den Mount auf dem Proxmox-Host entfernen.
  2. NFS direkt auf dem Proxmox-Host betreiben: Die Platte bleibt auf dem Host gemountet, den NFS-Export machst du direkt vom Host aus (oder aus einem LXC-Container mit Bind-Mount). Die separate NFS-Server-VM entfällt. Jellyfin bekommt die Daten weiterhin per virtiofs.
Variante 2 wäre die einfachere Architektur – eine VM weniger, kein Raw-Device-Passthrough nötig. In jedem Fall: das Doppel-Mount zeitnah auflösen, bevor das XFS beschädigt wird.