Metro/Stretch cluster mit Proxmox als Alternative zu vSphere oder Nutanix

ICantDecide

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Oct 8, 2025
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Wir sind eine Firma mit rund 100 ESXi hosts und 1500 VMs und Standorten weltweit. Wie haben viele kritische Applikationen und sind bisher mit vSphere gut gefahren. Natürlich sind die höheren Kosten für VCF nach der Übernahme durch Broadcom nun ein Thema - ich weiß, wir sind etwas spät dran...

Nun schauen wir uns verschiedene Alternativen an, spezielle für kleinere Standorte. Dort verwenden wir aktuell entweder 2-3 ESXi Hosts mit vSAN. Oder für wichtigere Standorte 4 Host Cluster mit gespiegeltem Blockstorage (FC-SAN). Dort war auch die Überlegung auf ein stretched vSAN zu gehen.

Linux Wissen ist nur begrenzt verfügbar.

Wie wäre sowas mit Proxmox zu realisieren? Wie gut kann Proxmox mit FC-SAN umgehen? Ich hatte in der Vergangenheit gelesen, dass das nicht immer straight forward ist? Wie würde man das Storage für einen Stretched Cluster mit 2 DCs realisieren? Ceph?

Was wären die zentralen Unterschiede zu vSphere, speziell was HA, DRS usw. angeht? Also die grundlegenden Unterschiede was die Funktionen angeht, wenn man von vSphere kommt?
 
Hi ICantDecide,

wenn ihr eine Lösung mit entsprechend breitem Support sucht, die oft eingesetzt und getestet ist, würde ich euch in jedem Falle zu Ceph raten.
Gerade wenn Linux Wissen nur begrenzt vorhanden ist.

Mit Ceph könnt ihr sowohl 3-Node Cluster, als auch streched 4-Node Cluster mit einem zusätzlichen Witness Knoten bauen. Alternativ, aber nicht aktiv HA kann man auch mit einem RBD-Mirror arbeiten.

Es gibt noch weitere Lösungen, aber ich denke, in den meisten Fällen trifft da der erste Absatz wieder zu.

BG, Lucas
 
Also für so eine Umgebung solltet ihr euch ausgiebig von einem Systemhaus beraten lassen. Für ein forum sprengt dies den Rahmen.

Das ist mir absolut klar. An dem Punkt sind wir aber noch nicht, da die Liste der möglichen Lösungen ist, versuche ich mir selber einen Überblick zu verschaffen. Auch aus persönlichem Interesse.
 
Wir sind eine Firma mit rund 100 ESXi hosts und 1500 VMs und Standorten weltweit. Wie haben viele kritische Applikationen und sind bisher mit vSphere gut gefahren. Natürlich sind die höheren Kosten für VCF nach der Übernahme durch Broadcom nun ein Thema - ich weiß, wir sind etwas spät dran...

Nun schauen wir uns verschiedene Alternativen an, spezielle für kleinere Standorte. Dort verwenden wir aktuell entweder 2-3 ESXi Hosts mit vSAN. Oder für wichtigere Standorte 4 Host Cluster mit gespiegeltem Blockstorage (FC-SAN). Dort war auch die Überlegung auf ein stretched vSAN zu gehen.

Linux Wissen ist nur begrenzt verfügbar.
Kein Problem, alles wichtige geht in der GUI, besser als HyperV, wo man viel per Powershell machen muss.
Wie wäre sowas mit Proxmox zu realisieren? Wie gut kann Proxmox mit FC-SAN umgehen? Ich hatte in der Vergangenheit gelesen, dass das nicht immer straight forward ist? Wie würde man das Storage für einen Stretched Cluster mit 2 DCs realisieren? Ceph?
FC geht zwar, ist aber nicht so straight forward wie bei vSphere. Da wäre etwas Linux Know How nicht schlecht.
Ich realisiere solche Projekte am liebsten mit Ceph, und bei Streched muss man immer schauen wo man den 5. Node als Quorum hinstellt. Da nutze ich gern Backupserver oder kleine mini Rechner als Quorum.
Was wären die zentralen Unterschiede zu vSphere, speziell was HA, DRS usw. angeht? Also die grundlegenden Unterschiede was die Funktionen angeht, wenn man von vSphere kommt?
HA ist sehr vergleichbar. DRS gibts noch nicht vollumfänglich, aber das CRS von Proxmox ist vergleichbar wie DRS Teilautomatisiertm, nur mit dem Vorteil, dass VMs beim Wartungsmodus automatisch migriert werden und wie bei HyperV nach dem Wartungsmodus genau die gleichen VMs zurück migriert werden. Das finde ich persönlich besser gelöst als bei DRS.
Der nächste große Unterschied, bei vSphere basiert alles auf Dateisystemen (VMFS, NFS) und bei Proxmox wird sehr oft Blockstorage direkt ohne Dateisystem genutzt. Z.B. LVM/LVM-Thin, ZFS Pool, Ceph.
Man muss nur umdenken, weil man keine Dateien hat, spart sich aber eine Ebene, was bei einigen Workloads deutlich bessere Performance bringt.
 
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Kein Problem, alles wichtige geht in der GUI, besser als HyperV, wo man viel per Powershell machen muss.

Ja, Hyper-V ist das drohende Ungemach, das auch als eine Alternative im Raum steht.


FC geht zwar, ist aber nicht so straight forward wie bei vSphere. Da wäre etwas Linux Know How nicht schlecht.
Ich realisiere solche Projekte am liebsten mit Ceph, und bei Streched muss man immer schauen wo man den 5. Node als Quorum hinstellt. Da nutze ich gern Backupserver oder kleine mini Rechner als Quorum.

FC geht dann über den Umweg LVM? Wir haben an den größeren Standorten ein gewachsene Umgebung mit FC-SAN, das wird erstmal auch genutzt werden müssen. Da wurde bisher auch vSAN nicht akzeptiert. Bei den kleineren Standorten mit 2 Node vSAN, steht die Witness/Quorum auch entweder im HQ, oder an einem anderen Standort in der Region. Wenn es um richtige streched cluster geht, hätte die Latenz zum Quorum einen Einfluss auf die Performance? Ich denke nicht, nur die site to site Latenz ist da ja entscheidend.

Mit Ceph hatte ich im Rahmen eines OpenStack Projekts minimalen Kontakt. Ich hatte damals das Gefühl, dass das etwas frickelig ist. Weiß aber auch, dass das CERN usw. es im großen Rahmen verwenden.


HA ist sehr vergleichbar. DRS gibts noch nicht vollumfänglich, aber das CRS von Proxmox ist vergleichbar wie DRS Teilautomatisiertm, nur mit dem Vorteil, dass VMs beim Wartungsmodus automatisch migriert werden und wie bei HyperV nach dem Wartungsmodus genau die gleichen VMs zurück migriert werden. Das finde ich persönlich besser gelöst als bei DRS.
Der nächste große Unterschied, bei vSphere basiert alles auf Dateisystemen (VMFS, NFS) und bei Proxmox wird sehr oft Blockstorage direkt ohne Dateisystem genutzt. Z.B. LVM/LVM-Thin, ZFS Pool, Ceph.
Man muss nur umdenken, weil man keine Dateien hat, spart sich aber eine Ebene, was bei einigen Workloads deutlich bessere Performance bringt.

Gibt es eine Übersicht, wann man welche Storage Lösung verwendet? Das ganze soll eben möglichst wartbar sein und einfach nur laufen ohne sich ständig darum kümmern zu müssen. Das war mit vSphere bisher tatsächlich so, auch mit vSAN. 2 Leute, die das nebenher machen, haben ausgereicht.

Dazu kommt noch die Unterstützung durch Veeam Backup, das ist die gesetzte Lösung und zumindest grundlegende Dinge wie CBT, Snapshost usw. sollte eine Alternative unterstützen. Aktuell nutzen wir noch Dinge wie Backup von Storage Snapshots, InstantRecovery, SureBackup usw.
 
@ICantDecide
Ich habe auch einige Cluster mit FC oder iSCSI Storage bei Kunden. Aber gerade diese Woche wieder ein Krankenhaus vom alten Storage auf Ceph umgebaut, der Kunde ist Happy, weil extrem Simpel in der Handhabung und deutlich bessere Performance als das alte Storage mit SAS SSDs.

Ceph nativ erfordert schon Fachwissen und die GUI ist extrem überladen. Bei Proxmox wurden die Funktionen in der GUI auf das Notwendigste reduziert und wesentlich Sinnvoller neu angeordnet.
Die Einrichtung gerade beim Netzwerk sollte jemand machen, der das schon einmal gemacht hat, aber der Betrieb ist extrem einfach und sehr Vergelichbar zu vSAN. Ich finde es sogar noch etwas besser. Eventuell auch weil man sich die Konfiguration auch als Text anschauen kann und damit besser weiß was konfiguriert ist.

Veeam Backup geht auch mit Proxmox, aber ich finde es noch etwas Hakelig und im Vergleich zum PBS auch langsam.
Aus Kostengründen, der Integration in PVE und dadurch einfacheres Rechtemanagement beim Backup/Restore haben eigentlich alle meine Kunden einen PBS am laufen und nur VMs mit Datenbanken und Co. werden per Veeam Applicationaware gesichert, um da zusätzlich granulare Applicationrestores zu machen.
Weil man keine extra GUI bedienen muss und Backups sowie Restores im PVE steuert, scheut auch niemand 2 Lösungen zu benutzen. Man hat ja nur eine extra GUI von Veeam.;
)
 
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Ach ja , noch ein wichtiges Detail. Man kann mit FC Storage und LVM, wo keine Snapshots gehen (ja es gibt eine Preview Funktion) trotzdem Snapshot Backups mit dem PBS machen.
Die Snapshots werden im qemu Layer gemacht und sind somit unabhängig vom darunterliegenden Storage.
Wenn man statt der Snapshots lieber Backups macht, hat das eh nur Vorteile, von der Entlastung des Storages über Restore einzelner Dateien statt kompletter Rollbacks und so weiter.
 
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Und noch die kurze Anmerkung, Ceph hat sich in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt. Die Integration und die Installation im PVE würde ich mir auf dem aktuellen Stand definitiv mal anschauen. Der Teil geht auch bei nem 3-Node Cluster komplett via WebUI.
 
Ach ja , noch ein wichtiges Detail. Man kann mit FC Storage und LVM, wo keine Snapshots gehen (ja es gibt eine Preview Funktion) trotzdem Snapshot Backups mit dem PBS machen.
Die Snapshots werden im qemu Layer gemacht und sind somit unabhängig vom darunterliegenden Storage.
Wenn man statt der Snapshots lieber Backups macht, hat das eh nur Vorteile, von der Entlastung des Storages über Restore einzelner Dateien statt kompletter Rollbacks und so weiter.

Ich dachte gesehen zu haben, dass in der v9 Snapshots möglich sind.
 
FC geht dann über den Umweg LVM? Wir haben an den größeren Standorten ein gewachsene Umgebung mit FC-SAN, das wird erstmal auch genutzt werden müssen.
Ich habe schon VMware-Cluster mit HPE 3par 7200 SAS / HPE Gen8 Hosts als auch HPE Primera All-Flash und HPE Gen10 konvertiert.
Einzige Zusatzhardware waren jeweils die Bootplatten, da ein Boot von Proxmox via SD-Karte (wie bei ESXi) nicht möglich ist.
Die Konfiguration ist tatsächlich etwas tricky (keine GUI-Unterstützung) und man muß viel Lesen, bis man eine funktionsfähige multipath.conf hat, läuft dann aber stabil und in der Performance der vorherigen VMware-Lösung durchaus ebenbürtig.
Hinzu kommt meistens noch der Umzug eines Veeam-Servers (lokales B2D und Tape-Library) auf einen PBS.
 
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Kann mich den anderen nur anschließen. Nahezu alles geht in der GUI und am besten funktionieren tut ceph. FC und iSCSI geht, aber man merkt an vielen Stellen, dass Proxmox nicht dafür gemacht wurde.
Wenn Ihr vor so einem Projekt steht, würde ich dringend raten, mit einem der Proxmox Partner zu sprechen :)
 
"Ceph empfehlen" bei "Linux Wissen ist nur begrenzt da" ist nicht gerade empfehlenswert.
 
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"Ceph empfehlen" bei "Linux Wissen ist nur begrenzt da" ist nicht gerade empfehlenswert.
Von allen Storage Implementationen (im HA Kontext), ist dieses am einfachsten zu konfigurieren. CLI ist quasi nicht nötig.
FC/iSCSI mit Multipathing ist im Vergleich dazu komplexer. Einarbeiten muss man sich aber so oder so, wenn man noch keine Erfahrung damit hat.

Wie aber schon geschrieben: Wenn man in einem Enterprise Umfeld vor so einem Projekt steht, würde ich dieses definitiv mit einem Partner zusammen tun :)
 
Das Thema kommt gerade wieder hoch, nach dem es lange links liegen gelassen wurde.

Mit v9 gibt es nun die Snapshots für LVM/FC. Welche Nachteile handelt man sich denn ganz konkret mit FC-Storage ein? Wir haben bisher eine klassische Aufteilung mit einem Storage Team und auch noch einigen IBM Arrays über die Welt verteilt. Die sind noch nicht abgeschrieben und es wäre schwierig zu rechtfertigen, gerade aktuell, neue Server extra mit lokalen Disks/NVMes auszustatten. Ich höre auch nicht nur positives über Ceph und bin da noch etwas skeptisch. Ganz besonders wenn es Probleme gibt und Fehlersuche gefragt ist.

Daraus folgt dann die Überlegung, ob FC nur dort weiter verwendet werden soll, wo es noch läuft, oder weiter unsere Storage Lösung bleibt. An manchen Standorten wird so oder so Storage für andere Systeme benötigt.

Dann noch die Frage, wie man mit dem PBS eine Lösung wie in Veeam realisieren kann, mit einem primären Backup auf einem Scale Out Repository mit on-prem Repo, einer lokalen Kopie ebenfalls on-prem, und dann offloading vom Scale Out Repo zu z.B. Wasabi S3 mit immutability dort? Vielleicht ist das auch einen neuen Beitrag wert...
 
Mit v9 gibt es nun die Snapshots für LVM/FC. Welche Nachteile handelt man sich denn ganz konkret mit FC-Storage ein?
Das mit den Snapshots ist noch als Technical Preview gekennzeichnet und würde ich persönlich noch nicht für Produktiv einsetzen.
Das ist aber meine persönliche Meinung und muss jeder selbst wissen.
Wir haben bisher eine klassische Aufteilung mit einem Storage Team und auch noch einigen IBM Arrays über die Welt verteilt. Die sind noch nicht abgeschrieben und es wäre schwierig zu rechtfertigen, gerade aktuell, neue Server extra mit lokalen Disks/NVMes auszustatten.
Das ist auch ein valider Grund die weiter zu benutzen, bis der Hardwareaustausch fällig ist.
Ich höre auch nicht nur positives über Ceph und bin da noch etwas skeptisch. Ganz besonders wenn es Probleme gibt und Fehlersuche gefragt ist.
Wo das denn? 99% aller Probleme mit Ceph, waren bisher auf schlechte Konfigurationen zurückzuführen und einmal hatte ich wirklich Probleme was aber an defekter Hardware lag.
Daraus folgt dann die Überlegung, ob FC nur dort weiter verwendet werden soll, wo es noch läuft, oder weiter unsere Storage Lösung bleibt. An manchen Standorten wird so oder so Storage für andere Systeme benötigt.
in neue FC Infrastruktur würde ich nirgend mehr investieren, da man heutzutage eher auf NVMe geht und wenn es ein neues Storage sein muss, weil aus irgend einem Grund kein Ceph benutzt werden soll, dann lieber NVMe over Fabric nutzen. Das kann per RoCE oder TCP geschehen, wo es aber auch immer auf das jeweilige Storage ankommt.
Dann noch die Frage, wie man mit dem PBS eine Lösung wie in Veeam realisieren kann, mit einem primären Backup auf einem Scale Out Repository mit on-prem Repo, einer lokalen Kopie ebenfalls on-prem, und dann offloading vom Scale Out Repo zu z.B. Wasabi S3 mit immutability dort? Vielleicht ist das auch einen neuen Beitrag wert...
gern auch in einem neue Thread, aber warum möchtest du das denn?
Scale out Repo ist gut um eh vorhandene verschiedene Storages zusammen zu bringen, aber bringt immer Nachteile beim Speicherverbrauch mit sich.
Wie viele PB möchtest du denn speichern, dass du überhaupt den Bedarf hast?
Das Offloading so wie in Veeam gibt es nicht, aber auch das braucht man in der Regel gar nicht. Aber da muss man den Bedarf im Einzelfall abklären.
Kopie zu S3 geht natürlich auch, obwohl ich das nicht favorisiere. Wasabi ist bei meinen Kunden inzwischen überall abgelöst worden.
Entweder jetzt ohne S3 oder viele auch bei Hetzner, da es dort nur 5€/TB kostet und man keinen amerikanischen Anbieter hat.
Beim PBS habe ich aber öfter einen zweiten PBS auf einem Dedicated Storageserver, der von Außen gar nicht erreichbar ist und per Pull regelmäßig sich die Backups zieht. Alles was gar nicht erreichbar ist, braucht keinen Pseudo Schutz durch das Immutable Flag (was man ja einfach entfernen kann) sondern ist wirklich sicher.
 
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Das Thema kommt gerade wieder hoch, nach dem es lange links liegen gelassen wurde.

Mit v9 gibt es nun die Snapshots für LVM/FC. Welche Nachteile handelt man sich denn ganz konkret mit FC-Storage ein? Wir haben bisher eine klassische Aufteilung mit einem Storage Team und auch noch einigen IBM Arrays über die Welt verteilt.

Naja, das es eben NICHT ein cluster-awares Dateisystem wie vmfs ist, sondern Blockspeicher, @bbgeek17 hat das mal näher erklärt:
https://kb.blockbridge.com/technote/proxmox-lvm-shared-storage/

Dadurch verhält es sich anders, als Umsteiger von vmfs gewohnt sind. Auf der praktischen Ebene dürfte der wichtigste Unterschied sein, dass damit kein thin-provisioning auf der Ebene des Hypervisors möglich ist (im Storage, sofern der das unterstützt natürlich schon) und Snapshots nur mit dem neuen qcow und snapshot-as-chain-Feature möglich sind. Das it aber halt a) noch in tech-preview und b) hat halt seine eigenen Eigenheiten, auch dazu hat bbgeek17 was geschrieben:
https://kb.blockbridge.com/technote/proxmox-qcow-snapshots-on-lvm/index.html

So geht das (in Vergleich zum klassischen raw-Format) mit teilweise drastischen Performance-Einbußen einher, die restlichen Eigenheiten würde ich eher als "Kinderkrankheiten" (darum ist es ja technology preview) bzw. trade-offs sehen, wo man dann halt je nach Usecase gucken muss, ob die ein Dealbreaker sind. Generell benötigt ProxmoxVE und der ProxmoxBackupServer aber keinen Snapshot-Support im Storage für Backups, das wird da über ein Feature des Hypervisors qemu (wofür PVE ja eine art Managmentinterface ist) gelöst und klappt auch, wenn der Storage keine Snapshots unterstützt. Mit den PBS kann man dann einen live-restore der VM starten, damit ist die VM dann verfügbar, während die restlichen Daten wiederhergestellt werden (Zugriff ist dann halt entsprechend langsamer)

Die sind noch nicht abgeschrieben und es wäre schwierig zu rechtfertigen, gerade aktuell, neue Server extra mit lokalen Disks/NVMes auszustatten. Ich höre auch nicht nur positives über Ceph und bin da noch etwas skeptisch. Ganz besonders wenn es Probleme gibt und Fehlersuche gefragt ist.

Naja, das gilt für jede Software. Generell würde ich bei einen so zentralen Baustein der Infrastruktur (ob mit oder ohne Ceph) wie der Virtualisierung aber immer Support vom Hersteller und Unterstützung durch einen Partner dazuholen. Die bieten teilweise auch Pakete, dass man Supportstunden kaufen kann, die aber nicht verfallen, sondern dann je nach Bedarf abrufen kann. Dazu müssten eigentlich die Leute die office@proxmox.com lesen mit Referenzen dienen können: https://proxmox.com/de/partner/find...r-partner-de/region-filter/europa/deutschland

Und auch eine Schulung sollte man natürlich besuchen, sofern budgetär möglich, das vermeidet (teure) Fehlplanungen. Nachdem, was ich (als Homelabber der somit nur wenig aus Enterpriseperspektive beisteuern kann) hier gelesen habe, ist Ceph grundsätzlich (auch in kleinen Umgebungen) sehr zuverlässig, aber man darf halt die Hardware nicht unterdimensionieren. Selbst drei Knoten kann man machen, sofern man (wichtig!) damit leben kann, dass nur ein Knoten durch Fehler oder Wartung ausfallen darf. Mit fünf Knoten können dann auch zwei ausfallen etc. Wichtig ist neben schnellen lokalen SSDs auch ausreichend Netzwerkhardware, damit das keinen Flaschenhals darstellt, also mindestens 10Gb besser 25Gboder 100Gb.
Siehe auch:


Eine andere Möglichkeit für sehr kleine Cluster kann Storage Replication mit ZFS sein, aber auch dafür braucht es halt lokale Discs und (wichtig!) die Datenübertragung erfolgt asynchron (default: alle 15 minuten, kann auf eine minute reduziert werden) und geht damit bei einen ungeplanten Ausfall (bei Wartung natürlich nicht, da migriert man die Workloads ja vorher zu einen anderen Knoten) immer mit (minimalen) Datenverlust einher. Je nach Usecase kann das tolerabel oder no-go sein, das könnt nur ihr entscheiden. Wichtig bei zwei-Knoten-Clustern: Es braucht dann noch einen dritten Knoten (kann auch ein alter PC, PI oder container auf einer NAS sein), auf den dann ein Dienst das Quorum für corosync bereitstellt.
Es gibt auch Leute, die bei kleinen Clustern gerne eine NAS mit NFS nehmen, dann muss man sich halt überlegen, ob es ein akzeptables Risiko ist, dass die Storage-Hardware dann der single-point-of-failure wird.

Daraus folgt dann die Überlegung, ob FC nur dort weiter verwendet werden soll, wo es noch läuft, oder weiter unsere Storage Lösung bleibt. An manchen Standorten wird so oder so Storage für andere Systeme benötigt.

Die Frage wäre ja, wofür der Storage sonst benötigt wird und mit welchen Rahmebedingungen. Ich würde die Bestandssysteme weiter per FC und lvm/thick (NICHT mit den neuen experimentellen Snapshotfeature!) betreiben und halt mehr Backups als Snapshotersatz machen. Dann beim nächsten Hardware-Renewal dann abwägen, wo es weiterhin dezidierte Storage-Hardware braucht und wo man fürs gleiche Geld in Ceph investieren könnte. Ceph hat halt den Charme nach oben skalierbar zu sein, wenn ihr mal zusätzliche Kapazität braucht, ohne gleich ein weiteres SAN kaufen zu wollen.


Dann noch die Frage, wie man mit dem PBS eine Lösung wie in Veeam realisieren kann, mit einem primären Backup auf einem Scale Out Repository mit on-prem Repo, einer lokalen Kopie ebenfalls on-prem, und dann offloading vom Scale Out Repo zu z.B. Wasabi S3 mit immutability dort? Vielleicht ist das auch einen neuen Beitrag wert...

Was genau macht ihr mit dem Scale-Out-Repo? PBS hat mittlerweile S3-Support, soweit ich weiß aber nicht mit Unterstützung für immutable Repos auf der S3-Ebene. Was man mit PBS dafür ziemlich gut machen kann ist aber folgendes:
- Mehrere lokale Datastores (z.B. einen schnellen kleinen mit SSDs, damit man schnell backuppen und restoren kann aber nur einer kurzen Vorhaltdauer und einen großen, lahmen aus mehreren HDDs mit einen SSD mirror als special device https://pbs.proxmox.com/docs/sysadmin.html#zfs-special-device für eine längere Vorhaltdauer)
- Offsite-Backup auf S3
- Offsite-Backup auf einen PBS an einen anderen Standort oder auf einen Cloudserver (es gibt auch Anbieter wie Inett oder tuxis.nl die das als managed service für 20€/TB monatlich anbieten)

Der Charme am Offsite-PBS ist, dass man den dann per Firewall plus Permissions so zurammeln kann, dass der sich seine Backups zwar vom Primär-Backups ziehen kann, der Primär-PBS (und somit auch ein potentieller Hacker) diesen nicht erreicht: https://pbs.proxmox.com/docs/storage.html#ransomware-protection-recovery

Wenn man von diesen PBS dann noch zusätzlich auf S3 schreiben lässt, kommt man dammit immutable Backups schon ziemlich nahe.

Zusätzlich könnte man die Backups auch noch auf Tapes oder "removable datastores" (PBS_Sprech für externe USB-Medien, z.B. Platten) schreiben und die dann im Safe lagern.

Edit: Beim verspäteten Abschicken gesehen, dass vieles schon bei Falk steht *sigh*
 
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Naja, das es eben NICHT ein cluster-awares Dateisystem wie vmfs ist, sondern Blockspeicher, @bbgeek17 hat das mal näher erklärt:
https://kb.blockbridge.com/technote/proxmox-lvm-shared-storage/

Dadurch verhält es sich anders, als Umsteiger von vmfs gewohnt sind. Auf der praktischen Ebene dürfte der wichtigste Unterschied sein, dass damit kein thin-provisioning auf der Ebene des Hypervisors möglich ist (im Storage, sofern der das unterstützt natürlich schon) und Snapshots nur mit dem neuen qcow und snapshot-as-chain-Feature möglich sind. Das it aber halt a) noch in tech-preview und b) hat halt seine eigenen Eigenheiten, auch dazu hat bbgeek17 was geschrieben:
https://kb.blockbridge.com/technote/proxmox-qcow-snapshots-on-lvm/index.html

So geht das (in Vergleich zum klassischen raw-Format) mit teilweise drastischen Performance-Einbußen einher, die restlichen Eigenheiten würde ich eher als "Kinderkrankheiten" (darum ist es ja technology preview) bzw. trade-offs sehen, wo man dann halt je nach Usecase gucken muss, ob die ein Dealbreaker sind. Generell benötigt ProxmoxVE und der ProxmoxBackupServer aber keinen Snapshot-Support im Storage für Backups, das wird da über ein Feature des Hypervisors qemu (wofür PVE ja eine art Managmentinterface ist) gelöst und klappt auch, wenn der Storage keine Snapshots unterstützt. Mit den PBS kann man dann einen live-restore der VM starten, damit ist die VM dann verfügbar, während die restlichen Daten wiederhergestellt werden (Zugriff ist dann halt entsprechend langsamer)


Danke. Thin wäre für uns nicht so kritisch, weil wie es bisher sowieso nur auf Storage Ebene machen. Snapshots, Performance und Stabilität sind meine Punkte.


Was genau macht ihr mit dem Scale-Out-Repo?

Naja, wir haben 1 bis n Veeam Linux Repositories pro SOBR und dann eine Capacity Tier in der Cloud und jedes Backup wird sofort nach der Erstellung dorthin "geoffloaded" und ist für den definierten Zeitraum immutable. Das ist auch ein zentraler Baustein in der Backup Strategie und zählt bei uns als Medien-Bruch, analog zum Tape im Safe früher.


PBS hat mittlerweile S3-Support, soweit ich weiß aber nicht mit Unterstützung für immutable Repos auf der S3-Ebene. Was man mit PBS dafür ziemlich gut machen kann ist aber folgendes:
- Mehrere lokale Datastores (z.B. einen schnellen kleinen mit SSDs, damit man schnell backuppen und restoren kann aber nur einer kurzen Vorhaltdauer und einen großen, lahmen aus mehreren HDDs mit einen SSD mirror als special device https://pbs.proxmox.com/docs/sysadmin.html#zfs-special-device für eine längere Vorhaltdauer)
- Offsite-Backup auf S3
- Offsite-Backup auf einen PBS an einen anderen Standort oder auf einen Cloudserver (es gibt auch Anbieter wie Inett oder tuxis.nl die das als managed service für 20€/TB monatlich anbieten)

Der Charme am Offsite-PBS ist, dass man den dann per Firewall plus Permissions so zurammeln kann, dass der sich seine Backups zwar vom Primär-Backups ziehen kann, der Primär-PBS (und somit auch ein potentieller Hacker) diesen nicht erreicht: https://pbs.proxmox.com/docs/storage.html#ransomware-protection-recovery

Wenn man von diesen PBS dann noch zusätzlich auf S3 schreiben lässt, kommt man dammit immutable Backups schon ziemlich nahe.

Zusätzlich könnte man die Backups auch noch auf Tapes oder "removable datastores" (PBS_Sprech für externe USB-Medien, z.B. Platten) schreiben und die dann im Safe lagern.

Edit: Beim verspäteten Abschicken gesehen, dass vieles schon bei Falk steht *sigh*

Unveränderbarkeit ist ein zwingender use-case aktuell, kann man vermutlich auch mit einer Policy direkt im S3 Storage erzwingen, bisher wird sie durch Veeam verwaltet.

Ja und ich dachte gerade, ich antworte ihm, weil ich deine zweite Antwort nicht als Benachrichtigung bekommen habe...
 
Danke. Thin wäre für uns nicht so kritisch, weil wie es bisher sowieso nur auf Storage Ebene machen. Snapshots, Performance und Stabilität sind meine Punkte.
Naja nach dem was man so liest (siehe Writeups bei Blockbridge) würde ich dann von den qcow-Snapshots die Finger lassen, da die halt Stand jetzt sowohl weniger performant sind als die virtuellen Laufwerke im Raw-Format (ohne Snapshotsupport) im Blockspeicher abzulegen. Snapshots bis zum nächsten Hardware-Renewal dann halt durch Backups ersetzen. Beim nächsten Hardware-Renewal dann halt auf Ceph umsteigen oder Storage-Hardware, mit der man Snapshots etc. auch direkt abbilden kann. Mit Netapp-Hardware geht dann ja z.B. über NFS.

Unveränderbarkeit ist ein zwingender use-case aktuell, kann man vermutlich auch mit einer Policy direkt im S3 Storage erzwingen, bisher wird sie durch Veeam verwaltet.
Die Unterstützung von Backups auf immutable S3-Ziele wird soweit ich weiß aktuell noch nicht unterstützt, siehe: https://bugzilla.proxmox.com/show_bug.cgi?id=6780 und https://forum.proxmox.com/threads/immutable-backups-on-s3-object-storage.169404/

Im Grunde ist die Unveränderbarkeit aber auch nur gegeben, solange ein Angreifer keinen Adminzugang auf Veeam oder S3 kriegt.

Darum finde ich diskutabel, ob ein 2. ProxmoxBackupServer, der alle Ports per Firewall geschloßen hat (die werden nur geöffnet, falls mal ein Restore vom offsite-Standort nötig ist! Management erfolgt über ein vpn, was nur den Zugriff von Management-Client erlaubt (also z.B. admin pc)) nicht auch als ausreichender Medienbruch gelten kann. Schließlich könnte dann ein Angreifer auf dem lokalen PBS auf den entfernten gar nichts machen.

Der entfernte PBS wiederum kann sich seine Backups per pull-sync vom lokalen PBS ziehen, das schlimmste Szenario wäre also dass ein Angreifer die neuen Backups manipuliert und die dann auch auf den remote-PBS landen, aber solange man die alten Backups dort noch nicht gelöscht hat, hat man ja noch eine Version, auf die man zurückspringen kann.