Uff. Eine DB soll also HA herstellen, während Proxmox HA als Feature propagiert und sonst ist man doof?
Nein, generell sollte man die HA einer Anwendung benutzen, ich sehe die HA-Features eines Hypervisors generell nur als Notbehelf, wenn das nicht anders geht. Denn: Die Entwickler einer Anwendung können auch deren Spezialfälle berücksichtigen, was der Hypervisor nun mal nicht kann. Ich habe ja schon unsere Poststelle erwähnt, wenn deren Software nicht funktioniert ist das ziemlich doof: Die Software erkennt im Grunde um was für eine Art Schreiben es sich handelt und druckt einen speziellen Strichcode, mit dem dann eine bestimmte Maschine das passend kuvertiert. Damit wurde den Kollegen dort ein Haufen nerviger Handarbeit abgenommen. Wenn das System mal ausfällt, dann muss die Sortiererei und Kuvertiererei wieder von Hand gemacht werden, es entsteht dann ziemlich schnell ein Rückstau. Leider ist die Software propietär und läuft nur unter Windows, bei uns also in einer VM in Vmware, sie hat selbst keine HA-Funktionen. Für so einen Fall ist ein HA-Feature des Hypervisors Gold wert, eine "richtige" Hochverfügbarkeit in der Anwendung wäre mir aber trotzdem lieber, weil darüber auch Transaktionssicherheit gewährleistet werden könnte, geht in den Fall aber auch ohne. Unsere Postleute kriegen ja mit, ob ihre Ausdrucke rauskommen und sortiert werden, oder nicht

Bei SQL-Datenbanken für einen Webshop will ich dagegen auf die Transaktionssicherheit nicht verzichten und die muss auf Datenbankebene garantiert werden, ergo über einen Datenbankcluster. Dass Veaam-Opfer darauf verzichten, weil diese "Enterprise"-Software application-aware Backups für MariaDB/MySQL und Postgres nicht unterstützt, spricht in meinen Augen nur gegen Veeam, nicht gegen den Datenbankcluster. Und für Webanwendungen skalieren Loadbalancer schlicht besser (nicht nur für Hochverfügbarkeit) als das HA des Hypervisors. Für den Loadbalancer selbst muss man sich natürlich fragen, ob man dessen Verfügbarkeit über den Hypervisor macht oder ob man sich mit rsync/corosync/keepalived selbst was bastelt und wie komplex es werden darf.
Gerade in der Situation sollte man keine Dinge vorspiegeln, die nicht erfüllbar sind. Egal ob eine portugiesische Apotheke so ein Risiko eingeht.
Kurz zusammengefasst: Kein zuverlässiger zentraler Speicher, keine HA.
Hast du
https://www.proxmox.com/de/ueber-uns/ueber-uns/stories/story/farmacia-nova-da-maia-de überhaupt gelesen? Bei denen werden die VMs alle fünf Minuten repliziert und nach Darstellung ihres IT-Managers hat das (in Kombination mit auf mehrere Standorte verteilen PBS) ihre Infrastruktur deutlich robuster und zuverlässiger gemacht, ohne unnötiges Overengineering. Ich behaupte mal, dass der besser als du abschätzen kann, ob das für deren Usecase ok ist oder nicht, immerhin hängt da seine Arbeitsstelle dran

Bei einer Bank oder Logistikunternehmen würde mich dagegen eher wundern, wenn da fünf Minuten egal wären.
Generell ist mein Problem mit deinen Beiträgen, dass du einfach sehr von deiner KMU-Blase ausgeht (wie die Story dass du Azubis mit ganzen Servern (!) für Backups durch die Republik schickst, in meinen Augen eine unfassbare Verschwendung von Personal - und sonstigen Ressourcen ), die für andere Firmen oder Umstände so nicht zutreffen müssen.