Datei-Wiederherstellung direkt aufs Zielsystem (wie bei Veeam) – Feature-Wunsch / Best Practices für PBS in Cluster-Umgebung?

plurgi95

Member
Aug 22, 2023
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Hallo zusammen,


ich nutze Proxmox Backup Server (PBS) in einer Cluster-Umgebung und bin insgesamt sehr zufrieden – besonders mit Dedupe, Inkremetals und der sauberen Integration in Proxmox VE. Was mir im Alltag bei Restore-Szenarien aber immer wieder auffällt: Eine Datei-Wiederherstellung “direkt zurück aufs Zielsystem” (ähnlich wie man es von Veeam kennt) wäre aus meiner Sicht ein richtig starkes Feature.


Aktuell läuft ein File-Restore bei mir in vielen Fällen eher so ab, dass man die Daten erst irgendwo mountet/holt und dann manuell auf das Zielsystem zurückkopiert. Das ist machbar, aber gerade unter Zeitdruck wäre “Restore to original location” bzw. “Push Restore” sehr komfortabel.


Idee / Was ich meine

- Auswahl einzelner Dateien/Ordner aus einem VM- oder Host-Backup

- “Restore to original system/path” oder “Restore to selected node/VM”

- Optional mit Rechte/ACL/xattr korrekt übernehmen

- Möglichst mit wenig manuellen Zwischenschritten


Mögliche Vorteile einer Umsetzung

- Schnelleres Incident-Recovery bei “eine Datei gelöscht/verschlüsselt/überschrieben”

- Weniger manuelle Fehlerquellen (falsche Pfade, Rechte, Owner, xattr)

- Bessere UX für Standardfälle (“User braucht nur Datei X zurück”)

- Standardisierbar in SOPs (Helpdesk/On-Call: klarer Ablauf)

- In Cluster-Setups: Restore könnte gezielt über einen Node laufen, der den Zugriff am besten hat


Mögliche Nachteile / Herausforderungen

- Security-Risiken: PBS dürfte dann nicht nur “Backup halten”, sondern müsste ggf. aktiv auf Systeme schreiben können

- Credentials/Keys/Agenten nötig?

- Wer darf wohin zurückschreiben? (RBAC)

- Netzwerk-Topologie: In vielen Setups ist PBS bewusst stark isoliert (bei mir auch)

- Komplexität bei Rechte/ACLs (Linux ACLs, Windows ACLs, Samba, xattr, SELinux-Kontexte)

- Konsistenz/Integrität: Was passiert, wenn Zielsystem in der Zwischenzeit andere Versionen hat?

- VM-Guest-Kommunikation: “ins laufende System” schreiben erfordert oft Guest-Agent/SSH/SMB/etc.

- Cluster-Edgecases: VM migriert, Storage wechselt, Node down – wer führt den Restore aus?


Mein Setup / konkrete Frage (Cluster + externer PBS nur im Cluster-Netz)

Bei mir steht der PBS extern und ist nur über ein internes Cluster-Netz erreichbar (kein Zugriff aus dem “normalen” LAN, bewusst). Das ist sicherheitstechnisch gewollt, macht aber “direkt aufs Zielsystem” tricky.


Daher meine Fragen an die Runde:


1. Gibt es bereits eine effektive Möglichkeit, aus PBS heraus *Dateien* so wiederherzustellen, dass sie automatisch auf das ursprüngliche System (VM/CT/Host) zurückgeschoben werden (ähnlich “restore to original”)?

2. Nutzt ihr dafür Proxmox VE Features, die ich übersehe (z.B. über die GUI/CLI, Mount/Extract-Workflows, Backup Client Restore, o.Ä.)?

3. Wenn ihr das heute schon “komfortabel” macht: Wie löst ihr das in einer Cluster-Umgebung, ohne dem PBS zu viel Zugriff zu geben?

4. Best Practices für ein Setup, wo der PBS nur im Cluster-Netz hängt:

- Macht ihr Restore immer über einen PVE-Node (Pull vom PBS → Push ins Ziel)?

- Nutzt ihr dafür temporäre Restore-VMs, NFS/SMB-Staging, oder dedizierte Restore-Netze?

5. Falls ihr das als Feature-Wunsch auch spannend findet:

Welche Variante wäre sinnvoller?

- Pull-Ansatz: Zielsystem/Node zieht Dateien aus PBS (PBS bleibt passiv)

- Push-Ansatz: PBS kann aktiv ins Zielsystem schreiben (mehr Komfort, mehr Risiko)


Mich würde interessieren, ob es dafür schon einen etablierten Workflow gibt, der “Veeam-ähnlich” effizient ist, ohne die Sicherheitsarchitektur zu verwässern.


Danke vorab für eure Erfahrungen/Ideen.


Viele Grüße
 
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