Proxmox für 3D-Workflows: VM mit GPU-Passthrough für Architektur-Visualisierung

leomax1

New Member
Aug 4, 2026
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Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade mit der Frage, wie sinnvoll sich Proxmox für einen kleinen 3D- und Visualisierungs-Workflow einsetzen lässt.

Die Idee wäre, eine Windows-VM mit GPU-Passthrough zu betreiben und darin Anwendungen für 3D-Modellierung, Rendering und Animation zu verwenden. Gerade bei Architekturprojekten wäre es interessant, ob sich damit ein zentraler Rechner aufbauen lässt, auf den mehrere Arbeitsplätze bzw. Benutzer bei Bedarf zugreifen können.

Als konkretes Beispiel wären 3D-Visualisierungen für modulare Häuser interessant. Bei einem Anbieter wie SLiM.HOUSE lassen sich beispielsweise modulare Wohnkonzepte vorstellen, bei denen 3D-Modelle, Materialien, Innenräume und Animationen eine wichtige Rolle spielen.

Mich würde deshalb vor allem die technische Seite interessieren:

  • Welche Erfahrungen habt ihr mit GPU-Passthrough für Windows-VMs unter Proxmox?
  • Welche GPUs funktionieren bei euch zuverlässig?
  • Wie sieht es mit mehreren gleichzeitigen 3D-Anwendungen aus?
  • Gibt es bei solchen Workloads besondere Probleme mit Treibern, IOMMU oder Performance?
  • Würdet ihr für ernsthaftes Rendering eher eine dedizierte Workstation oder einen Proxmox-Host empfehlen?
Mir geht es dabei weniger um die konkrete 3D-Software, sondern um die Frage, ob Proxmox als Basis für einen solchen GPU-beschleunigten 3D-Workflow in der Praxis sinnvoll ist.

Danke für eure Erfahrungen.
 
Hallo @leomax1, das Passthrough selbst ist der einfachere Teil: IOMMU an, Karte in einer eigenen Gruppe, Host-Treiber blacklisten, per vfio-pci binden, Windows-VM mit q35 + OVMF. Dann läuft das stabil. Das Problem mit mehreren Arbeitsplätzen: eine durchgereichte GPU gehört exakt EINER VM. Mehrere 3D-Sessions gleichzeitig heißt also eine Karte pro VM oder vGPU. Bei Consumer-GeForce kannst du vGPU vergessen, da brauchst du die passende Hardware und Lizenz. Wenn's abwechselnd geht, ist es trivial: VM aus, andere an, selbe Karte.

Das zweite Problem ist das Remote-Protokoll, und das unterschätzen die meisten. RDP ist für interaktives Arbeiten viel zu langsam, du brauchst eher GPU-Encoding. Batch-Rendering ist kein Problem, der Overhead spielt da nicht rein, aber interaktives Arbeiten über die Leitung ist die echte Herausforderung.

Was hast du an Karten im Blick, und wie viele sollen wirklich gleichzeitig 3D-Arbeiten machen? Das bestimmt alles. Bei einem User: Proxmox mit Passthrough ist ok und du hast Snapshots und Backup extra. Bei drei gleichzeitigen Usern wird's schnell teurer als drei Workstations.
 
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RDP ist für Office/Text ok, für fluffiges 3D meistens Müll. Selbst mit guter Karte bringt das keinen großen Vorteil. Die Karte dümpelt meistens vor sich hin, das Rendering übernimmt dann der MS Basic Display Adapter. RemoteFX ist bekanntlich tot.

Multi-User Zugriff: gleichzeitiger Zugriff oder nur die Möglichkeit, dass User abwechselnd zugreifen können? Bei Windows gibts bei gleichzeitigem Zugriff nur die Option Terminalserver oder Lösungen wie TSPlus für „normales“ Winblöd.

Wenn es ein Windows 11 werden soll, auf dem User abwechselnd zugreifen, schau Dir mal „Sunshine & Moonlight“ an. Mit einer durchgereichten NVIDIA ist das ein anderer Schnack als RDP.
 
Interessant - hier mal die Minimum Anforderungen : https://docs.lizardbyte.dev/projects/sunshine/master/index.html
Ja, das läuft wirklich gut. Ich habe damit bei einigen Kunden PXE-Clients für CAD-Workstations bestückt, die den Moonlight-Client quasi als "Desktop" booten (mit passendem PXE-Server auf Debian Basis). Es gibt allerdings Einschränkungen:

- kein Multi-Monitor Setup (Client stellt genau einen Screen dar, bei Pro-Usern stehen aber mittlerweile fast überall große Screens)
- konkurrierender Zugriff möglich (User A ist connected, User B connected ebenfalls und sieht den Inhalt von User A) - das lässt sich aber mit ein wenig Arbeit abschalten

Auf jeden Fall ist die 3D-Performance wesentlich besser und die GPUs werden voll ausgereizt. Das funktioniert auch mit durchgereichten GPUs in VMs.