Tape-Backup für Anfänger

Mrt12

Well-Known Member
May 19, 2019
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CH
Hallo zusammen

ich wollte zu Lernzwecken mal mich mit Tape Backup befassen. Ich habe ein gebrauchtes LTO6 Tape Drive und ein paar Tapes und ein Reinigungs-Tape gekauft und wollte damit mal loslegen.

Gegenwärtig ist mein PBS Datastore befüllt mit Backups von VMs und auch Host Backups, insgesamt sind es 2.6TB, passt also grade knappp nicht auf ein einzelnes Tape. Soweit ich verstehe, ist das aber kein Problem, der PBS kann das Tape-Backup so machen, dass es auf mehrere Tapes verteilt wird.

Ich benutze auf Arbeit den IBM Storage Protect, und dort sind die Backups "forever incremental", das heisst, das initiale Backup dauert sehr sehr lange und umfasst viele Tapes, die danach folgenden, inkrementellen Tapes jedoch sichern nur die Differenzen und werden jeweils an das letzte, noch nicht volle Tape angehängt. Kann ich ein ähnliches Verhalten mit dem PBS auch erzielen?

Also sprich:
a) beim ersten Backup werden meine gegenwärtigen 2.6TB auf 2 Tapes verteilt (LTO6, also 2.5TB pro Tape). Tape 1 ist voll, auf dem Tape 2 sind nur 100GB.
b) wenn ich die Woche darauf erneut ein Backup auf Tape mache, wo z.B. 20GB neue Daten dazu kommen, also insgesamt sind es nun 2.62TB, dann werden die Änderungen beim Tape 2 angehängt, sprich, dort sind jetzt 120GB drauf.
c) und so weiter, so lange, bis Tape 2 voll ist, und danach kann ich ein weiteres Tape hinzufügen.

Geht das? soweit ich sehe, muss ich einen Media Pool erstellen, wo meine Tapes drin sind. Angenommen, ich starte mit einem Media Pool mit 2 Tapes. Was passiert, wenn beide Tapes im Media Pool voll sind? wird mich PBS fragen, ob ich ein neues Tape hinzufügen möchte, oder wird er sagen, dein Media Pool ist voll, du musst einen neuen Media Pool anlegen?

Ich möchte auch mal versuchen, solche "forever incremental" Backups zu erstellen, weil ich keinen Autoloader habe (und auch nicht möchte für Homelab). Ich muss die Tapes ja manuell wechseln, das heisst, das erste Backup ist mühsam, weil man 5 Stunden warten muss, bis das Tape voll ist, dann wechseln. Aber die nachfolgenden inkrementellen Backups werden easy, weil das ja pro Woche (oder selbst pro Monat) nur wenig Daten sind, passen die auf jeden Fall auf ein einzelnes Tape, dadurch musss man ab dann nur noch ein Tape einwerfen, Backup starten und kann die Sache laufen lassen. Soweit ich sehe ist der PBS sogar in der Lage, das Tape nach Ende des Backups auszuwerfen, sodass ich nicht mal da dran denken muss. :-)

Ich möchte die Tape Backups nur manuell durchführen, weil ich ja eben auch die Tapes manuell einfügen muss; kann ich einen Backup Job definieren und dort kein Datum eintragen, sodass der Job nur läuft, wenn ich ihn manuell starte? Ich habe gesehen, dass der Job "disabled" wird, wenn ich kein Datum eintrage. Kann ich ihn dann tortzdem manuell asuführen?

Mein Tape Laufwerk ist leider noch nicht angekommen, deshalb kann ich im Moment noch nicht üben. Ist es irgendwie möglich, ein "fake" Tapelaufwerk zu erstellen (z.B. über einen device file?) sodass ich dennoch alles konfigurieren und dann damit üben kann?
 
Hallo zusammen

ich wollte zu Lernzwecken mal mich mit Tape Backup befassen. Ich habe ein gebrauchtes LTO6 Tape Drive und ein paar Tapes und ein Reinigungs-Tape gekauft und wollte damit mal loslegen.

Gegenwärtig ist mein PBS Datastore befüllt mit Backups von VMs und auch Host Backups, insgesamt sind es 2.6TB, passt also grade knappp nicht auf ein einzelnes Tape. Soweit ich verstehe, ist das aber kein Problem, der PBS kann das Tape-Backup so machen, dass es auf mehrere Tapes verteilt wird.

Ich benutze auf Arbeit den IBM Storage Protect, und dort sind die Backups "forever incremental", das heisst, das initiale Backup dauert sehr sehr lange und umfasst viele Tapes, die danach folgenden, inkrementellen Tapes jedoch sichern nur die Differenzen und werden jeweils an das letzte, noch nicht volle Tape angehängt. Kann ich ein ähnliches Verhalten mit dem PBS auch erzielen?

Also sprich:
a) beim ersten Backup werden meine gegenwärtigen 2.6TB auf 2 Tapes verteilt (LTO6, also 2.5TB pro Tape). Tape 1 ist voll, auf dem Tape 2 sind nur 100GB.
b) wenn ich die Woche darauf erneut ein Backup auf Tape mache, wo z.B. 20GB neue Daten dazu kommen, also insgesamt sind es nun 2.62TB, dann werden die Änderungen beim Tape 2 angehängt, sprich, dort sind jetzt 120GB drauf.
c) und so weiter, so lange, bis Tape 2 voll ist, und danach kann ich ein weiteres Tape hinzufügen.
So wie IBM Spectrum Protect das macht, geht nicht, da dort auch eine Datenbank dahinter hängt, die nachhält was wo geschrieben wurde und welche Tapes du beim Restore brauchst, im schlimmsten Fall alle.
Du kannst natürlich mit einem Tape anfangen und da inkrementell immer weiter Daten dazu schreiben, aber das macht den Restore langsam (viel spulen) und du verlierst den einzigen Vorteil von Tape. Tape macht sinn wenn man Backups längere Zeit offsite lagern möchte, wenn du aber dein tape ewig im Laufwerk lassen musst, damit weiter angehängt wird, ist dein Tape lange in Nutzung bis du es offsite lagerst. Die Daten auf sehr viele einzele Tapes zu verteilen ist beim Restore auch nicht prickelnd.
Sinnvoll ist es Tapes mit einem Full und eventuell wenigen Inkrements wegzulegen, damit diese 2 Tapes bei dir unabhängig von anderen Tapes sind.
Geht das? soweit ich sehe, muss ich einen Media Pool erstellen, wo meine Tapes drin sind. Angenommen, ich starte mit einem Media Pool mit 2 Tapes. Was passiert, wenn beide Tapes im Media Pool voll sind? wird mich PBS fragen, ob ich ein neues Tape hinzufügen möchte, oder wird er sagen, dein Media Pool ist voll, du musst einen neuen Media Pool anlegen?

Ich möchte auch mal versuchen, solche "forever incremental" Backups zu erstellen, weil ich keinen Autoloader habe (und auch nicht möchte für Homelab). Ich muss die Tapes ja manuell wechseln, das heisst, das erste Backup ist mühsam, weil man 5 Stunden warten muss, bis das Tape voll ist, dann wechseln. Aber die nachfolgenden inkrementellen Backups werden easy, weil das ja pro Woche (oder selbst pro Monat) nur wenig Daten sind, passen die auf jeden Fall auf ein einzelnes Tape, dadurch musss man ab dann nur noch ein Tape einwerfen, Backup starten und kann die Sache laufen lassen. Soweit ich sehe ist der PBS sogar in der Lage, das Tape nach Ende des Backups auszuwerfen, sodass ich nicht mal da dran denken muss. :-)

Ich möchte die Tape Backups nur manuell durchführen, weil ich ja eben auch die Tapes manuell einfügen muss; kann ich einen Backup Job definieren und dort kein Datum eintragen, sodass der Job nur läuft, wenn ich ihn manuell starte? Ich habe gesehen, dass der Job "disabled" wird, wenn ich kein Datum eintrage. Kann ich ihn dann tortzdem manuell asuführen?

Mein Tape Laufwerk ist leider noch nicht angekommen, deshalb kann ich im Moment noch nicht üben. Ist es irgendwie möglich, ein "fake" Tapelaufwerk zu erstellen (z.B. über einen device file?) sodass ich dennoch alles konfigurieren und dann damit üben kann?
Es gibt da Hersteller von Software die eine VTL (virtual Tape Library) simulieren und zum testen reicht ja eine kostenlose Version mit iSCSI Anbindung.
Spielen kannst du damit, aber produktiv würde ich niemals Inkremental 4 Ever mit Tape machen.
Früher haben wir das mit IBM TSM (Spectrum Protect) und Tape Libraries mit vielen Jaguar Tape Laufwerken gemacht, aber das war eine andere Preis und Geschwindigkeitsliga.
 
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So wie IBM Spectrum Protect das macht, geht nicht, da dort auch eine Datenbank dahinter hängt, die nachhält was wo geschrieben wurde und welche Tapes du beim Restore brauchst, im schlimmsten Fall alle.
Du kannst natürlich mit einem Tape anfangen und da inkrementell immer weiter Daten dazu schreiben, aber das macht den Restore langsam (viel spulen) und du verlierst den einzigen Vorteil von Tape. Tape macht sinn wenn man Backups längere Zeit offsite lagern möchte, wenn du aber dein tape ewig im Laufwerk lassen musst, damit weiter angehängt wird, ist dein Tape lange in Nutzung bis du es offsite lagerst. Die Daten auf sehr viele einzele Tapes zu verteilen ist beim Restore auch nicht prickelnd.
Sinnvoll ist es Tapes mit einem Full und eventuell wenigen Inkrements wegzulegen, damit diese 2 Tapes bei dir unabhängig von anderen Tapes sind.


Jau, wie genau der Spectrum Protect wirklich funktioniert, weiss ich gar nicht, bin da nur User über den Tivoli Client.

Bezüglich des PBS: Ja, genau so meinte ich das eigentlich. Zum Beipsiel fange ich diesen Freitag mit den ersten beiden Tapes an, und werde da beim "angebrochenen" Tape immer weiter Backups angängen, bis der Februar vorbei ist. Dann diese beiden Tapes weg legen und z.B. Offsite lagern, und dann ein neues Set von 2 Tapes beginnen. Macht das so Sinn? wie müsste ich das im PBS genau konfigurieren? mit allocation policy "continue"? und retention policy "keep"? Nach welchem Kriterium entscheidet dann der PBS, wann ein neuer Tape Set beginnt? und was geschieht, wenn in einem definierten Tape set 2 Tapes drin sind, aber der Platz von 2 Tapes nicht reicht? so wie ich sehe, sind ja zusammenghörige Tapes in dem Set definiert, da kann man während des laufenden Backups nicht einfach neue Tapes hinzufügen, oder?

Ich weiss schon, für meine Datenmenge und als Privatanwender macht es nicht Sinn, überhaupt nur an Tapes zu denken, aber es geht hier ja ums Lernen von was neuem, ausserdem kann ich so eine saubere 3-2-1 Strategie fahren.
:)