Vorgehen PVE Neuinstallation

Schmiddi

New Member
Apr 10, 2025
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Moin zusammen,
bei mir steht leider eine Neuinstallation von Proxmox an.

Kurzes Vorwort dazu:
2024 startete ich mit einem CWWK n305 und hatte nicht geahnt, dass es in einem so massiven Single-Point-of-Failure ausartet :D
Sprich, heute würde ich definitiv lieber andere Hardware einsetzen und sehr viel mehr auf Ausfallsicherheit setzen. Bei den aktuellen Preisen setze ich das jedoch nicht um und hoffe auf Besserung Richtung 2028 o_O

Ursache:
Meine eingesetzte Samsung 970 Evo NVMe hat wohl defekte NAND Blöcke
root@proxmox:~# smartctl -a /dev/nvme0
smartctl 7.5 2025-04-30 r5714 [x86_64-linux-6.17.13-7-pve] (local build)
Copyright (C) 2002-25, Bruce Allen, Christian Franke, www.smartmontools.org

=== START OF INFORMATION SECTION ===
Model Number: Samsung SSD 970 EVO 1TB
Serial Number:
Firmware Version: 2B2QEXE7
PCI Vendor/Subsystem ID: 0x144d
IEEE OUI Identifier: 0x002538
Total NVM Capacity: 1,000,204,886,016 [1.00 TB]
Unallocated NVM Capacity: 0
Controller ID: 4
NVMe Version: 1.3
Number of Namespaces: 1
Namespace 1 Size/Capacity: 1,000,204,886,016 [1.00 TB]
Namespace 1 Utilization: 447,366,172,672 [447 GB]
Namespace 1 Formatted LBA Size: 512
Namespace 1 IEEE EUI-64: 002538 5991b0065f
Local Time is: Tue Jul 28 07:58:05 2026 CEST
Firmware Updates (0x16): 3 Slots, no Reset required
Optional Admin Commands (0x0017): Security Format Frmw_DL Self_Test
Optional NVM Commands (0x005f): Comp Wr_Unc DS_Mngmt Wr_Zero Sav/Sel_Feat Timestmp
Log Page Attributes (0x03): S/H_per_NS Cmd_Eff_Lg
Maximum Data Transfer Size: 512 Pages
Warning Comp. Temp. Threshold: 85 Celsius
Critical Comp. Temp. Threshold: 85 Celsius

Supported Power States
St Op Max Active Idle RL RT WL WT Ent_Lat Ex_Lat
0 + 6.20W - - 0 0 0 0 0 0
1 + 4.30W - - 1 1 1 1 0 0
2 + 2.10W - - 2 2 2 2 0 0
3 - 0.0400W - - 3 3 3 3 210 1200
4 - 0.0050W - - 4 4 4 4 2000 8000

Supported LBA Sizes (NSID 0x1)
Id Fmt Data Metadt Rel_Perf
0 + 512 0 0

=== START OF SMART DATA SECTION ===
SMART overall-health self-assessment test result: PASSED

SMART/Health Information (NVMe Log 0x02, NSID 0xffffffff)
Critical Warning: 0x00
Temperature: 36 Celsius
Available Spare: 89%
Available Spare Threshold: 10%
Percentage Used: 2%
Data Units Read: 112,689,472 [57.6 TB]
Data Units Written: 140,232,909 [71.7 TB]
Host Read Commands: 1,037,974,807
Host Write Commands: 3,469,542,987
Controller Busy Time: 6,580
Power Cycles: 2,229
Power On Hours: 13,279
Unsafe Shutdowns: 72
Media and Data Integrity Errors: 4
Error Information Log Entries: 5,215
Warning Comp. Temperature Time: 0
Critical Comp. Temperature Time: 0
Temperature Sensor 1: 36 Celsius
Temperature Sensor 2: 42 Celsius

Error Information (NVMe Log 0x01, 16 of 64 entries)
Num ErrCount SQId CmdId Status PELoc LBA NSID VS Message
0 5215 1 0x9125 0xc502 0x000 370533990 1 - Unrecovered Read Error
1 5214 2 0x3383 0xc502 0x000 204167172 1 - Unrecovered Read Error
2 5213 0 0x000c 0x4004 - 0 0 - Invalid Field in Command

Self-test Log (NVMe Log 0x06, NSID 0xffffffff)
Self-test status: No self-test in progress
Num Test_Description Status Power_on_Hours Failing_LBA NSID Seg SCT Code
0 Extended Completed: failed segments 13221 216501408 1 7 - -
Vor ~3 Monaten kam der erste Fehler, vergangenen Freitag bei Sicherung auf PBS der nächste inkl. Fehlschlag bei der Sicherung einer VM (zum Glück eine unwichtige), anschließend long self-test ebenfalls mit Fehler. Ich weiß nicht wie kritisch ihr die Werte seht, ich meine der NVMe ist nicht mehr zu vertrauen

Nun strebe ich an die 970 Evo durch eine Kingston KC3000 zu ersetzen.

Problematik:
Im Grunde habe ich nichts wildes, 3 VMs, 5 LXC, VLAN / Firewall über OPNsense realisiert, lediglich einen cronjob, einen angelegten systemd service, alle VMs / LXC liegen auf der 970 Evo, sämtliche Daten auf einer 4TB SSD und 22TB HDD über Netzwerkfreigaben im System.
Die Problematik besteht demnach nur in der Konfiguration von PVE selbst. Ich habe leider nicht von Anfang ein mittlerweile bestehendes Wiki gepflegt, das ziehe ich parallel für Proxmox nach, habe aktuell jedoch Angst vor der Neuinstallation etwas zu vergessen.

Die VMs sind im Grunde ja das einfachste, PBS als Storage wieder einbinden und wiederherstellen. Nur was mache ich mit meiner Konfiguration bzgl Users, Groups, API Tokens, Realms (Authentik OAuth)? Alles notieren und händisch wieder einrichten, oder könnte ich die gesicherten Configs wieder reinkopieren?
Habe bereits /etc und /root gesichert - ohne zu Wissen was hier die wichtigsten Sachen sind. (bspw. fstab oder ssh-keys sind mir natürlich schon klar, ich meine hier die Proxmox spezifischen Dinge)

Ich habe bei meiner Installation 2024 quasi Proxmox default durchgeführt, sprich 32GB local für Proxmox selbst und ISOs, 920GB local-lvm, lvm-thin für die VMs - ich würde das einfach genau wieder so machen wenn da nichts gegen spricht. Wenn ich irgendwann in der Zukunft meinen gewünschten Server mit der besseren Hardware umsetze, würde ich natürlich auf 2x NVMe und ZFS Mirror gehen, um nicht wieder irgendwann vor so einem Dilemma zu stehen.

Frage:
Könnt ihr mir eventuell Tipps / Ratschläge, eine Checkliste geben, nicht dass ich vor oder während der Umsetzung wichtiges vergesse?
Ich habe diesbezüglich schon einen älteren Thread gefunden, da hieß es, quasi einen Spickzettel anfertigen und dann händisch gerade ziehen, ich vermute das ist 2026 nicht anders.
Irgendwelche Ratschläge meine PBS-Backups vor der eigentlichen Umsetzung nochmals zu testen? Bisher habe ich nur 2x ein rollback bei OPNsense und Homeassistant durchgeführt, lief reibungslos.

Ich bin mir beim Vorgehen einfach etwas unsicher, da im Endeffekt das ganze System/Haus ohne Redundanz dran hängt. Für den Fall eines Hardwaredefekts habe ich einen alten Desktop-PC (i7-2600k, 32GB) noch mit PVE8 in der Ecke stehen, hatte aber zum Glück noch keinen Bedarf. Ich habe schlichtweg keine Erfahrungswerte bei einem gewachsenen System den Host von Grund auf wieder einzurichten.

Danke für's Lesen bis hier hin und für jeglichen Input :)
 
Last edited:
Naja, einerseits hast du richtig erkannt, dass dir Redundanz fehlt. Andererseits willst du kein Geld ausgeben.

Du kannst nicht beides haben --> choose your poison.

Redundanz fängt bei mir mit ZFS mit mirroring an. Damit ein ganzer Rechner ausfallen darf, braucht es einen Cluster. Damit ein Netzwerkswitch ausfallen darf, braucht es redundante Netze, inklusive der Hardware. Falls der Strom ausfällt geht gar nix mehr; damit die Rechner wenigstens korrekt herunterfahren können braucht es redundante Stromversorger ;-) oder wenigstens eine USV...

Egal was du machst: getestete Backups, auf separater Hardware, beruhigen im Problemfall ungemein. Das hast du ja schon gemacht :-)

Ich würde vor einem massiven Umbau einfach mal /etc komplett kopieren - das schließt dann /etc/pve mit ein, sofern noch gemountet. Das taugt nicht zum brutalen zurückspielen, sehr wohl aber als Spickzettel.

Wenn du die einzige NVMe austauschen willst, wirst du vermutlich die alte auf die neue kopieren? (Edit: schlechte Idee, tatsächlich neu installieren ist sicher besser.) In dem Fall hast du ja auch noch diese als Vollbackup.
 
Last edited:
Ergänzend zu @UdoB,
falls das Proxmox VE System noch startet, würde ich zusätzlich noch eine USB3 Device Datenträger anschließen und ein Backup aller Daten vzdump machen.
So hättest Du ein weiteres Backup und alle Daten der LXC und VM in jeweils einem Archiv. Das kann man natürlich auch auf einem NAS ablegen.
Mehr Backup ist besser als kein Backup.
Die Configdateien liegen "verstreut" unter /etc, so dass man diese, wie z.B. die Netzwerkkonfig, dann auch per CLI wieder Herstellen kann.

Ob nun eine/ zwei Kingston KC3000 unter ZFS gut performen, kann ich nicht sagen.
DRam Cache hilft aber PLP fehlt.

# https://www.kingston.com/de/ssd/kc3000-nvme-m2-solid-state-drive
 
Ich würde vor einem massiven Umbau einfach mal /etc komplett kopieren - das schließt dann /etc/pve mit ein, sofern noch gemountet. Das taugt nicht zum brutalen zurückspielen, sehr wohl aber als Spickzettel.
Ich nehme an, dass ich dann mit meiner erwähnten Annahme richtig liege, dass es wohl beim "händischen gerade ziehen" bleibt, wenn /etc/pve nicht zum zurückspielen taugt :confused:
Die erwähnten Users, Groups, API Tokens, Realms habe ich alle im GUI erstellt, das ist dann letztlich lange dauert und nervig zu protokollieren ist.

Wenn du die einzige NVMe austauschen willst, wirst du vermutlich die alte auf die neue kopieren? In dem Fall hast du ja auch noch diese als Vollbackup.
Mein erster Plan war eigentlich die Samsung und die Kingston im Desktop-PC und Livelinux mit ddrescue zu klonen, aber dann dachte ich, nachher funktioniert der Plan nicht und muss eh von vorne ran :D


Naja, einerseits hast du richtig erkannt, dass dir Redundanz fehlt. Andererseits willst du kein Geld ausgeben.
Darum soll es hier jetzt eigentlich nicht gehen, wie im Vorwort geschrieben, habe ich damals nicht gedacht, dass das ganze so massiv ausartet und auch mit sensiblen Daten wird. Da der RAM aktuell mehr als die restliche Hardware zusammen kostet, würde ich den aktuellen Host gern noch bis zu erhofften Preisentspannung nutzen.

falls das Proxmox VE System noch startet, würde ich zusätzlich noch eine USB3 Device Datenträger anschließen und ein Backup aller Daten vzdump machen.

Ja es läuft noch, wie eingangs beschrieben ist nur eine VM beim wöchentlichen Backup betroffen gewesen, bisher noch kein bemerkter Datenverlust oder irgendeiner meiner Services ausgefallen. Zusätzliches Backup kann ich natürlich machen, mit dem PBS im RAID-Z2 mach ich mir jedoch weniger Sorgen. Natürlich gebe ich dir recht, sicher ist sicher.

Ob nun eine/ zwei Kingston KC3000 unter ZFS gut performen, kann ich nicht sagen.
DRam Cache hilft aber PLP fehlt.
In meinem jetzigen Host findet nur eine NVMe Platz und ich werde bis zum zukünftigen Server einfach weiter ext4 beibehalten.
Ich hatte jetzt auch nicht vor über 1000€ für eine Enterprise NVMe auszugeben :D



Das mit den Hinweisen zur Redundanz usw. ist alles sehr lieb und auch völlig richtig - mir auch vollkommen bewusst, ich komme beruflich aus einer RZ-RZ Kopplung - ich bin hier nur an meinem kleinem Homeserver, der einfach wichtiger geworden ist als gedacht. Die Intention bei der Hardwarebeschaffung war "möglichst günstig, möglichst effizient", dass ich mir das mit Arbeit und Sorgen wie jetzt erkauft habe ist mir vollkommen bewusst :p
 
Last edited:
@Schmiddi

noch ein großen Lob für deine sachliche Zusammenstellung im Beitrag, die gute inhaltliche Aufteilung und die korrekte Rechtschreibung.

Du zeigst auch durch eine Antworten sehr viel Sachverstand und Weitsicht für den zukünftigen Ausbau deines Systems.
 
Ich nehme an, dass ich dann mit meiner erwähnten Annahme richtig liege, dass es wohl beim "händischen gerade ziehen" bleibt, wenn /etc/pve nicht zum zurückspielen taugt :confused:
Die erwähnten Users, Groups, API Tokens, Realms habe ich alle im GUI erstellt, das ist dann letztlich lange dauert und nervig zu protokollieren ist.
Korrekt.
Wobei sich dieses Problem komplett in Luft auflöst, sobald man einen Cluster betreibt... ;-)
 
Nun gut, im Grunde habe ich dann keine andere Wahl als nochmal alles zu durchforsten und zu protokollieren.
Spiele aber noch mit dem Gedanken es doch zunächst mit einem Klon der Samsung auf die Kingston zu probieren.

@UdoB Cluster widerspricht wirklich dem initialen Ansatz möglichst günstig und effizient - klar ich kann auch sagen: "ich möchte von nun an ein Cluster betreiben - so günstig und effizient wie möglich" :D

Ne mal im Ernst, wenn ich den angedachten Server gleich zwei Mal ins Rack schiebe, dann steigt mir auch die Dame des Hauses aufs Dach :eek:
(Hab aktuell ein ASUS Pro WS W680, i5-14500 mit zunächst 1x 48GB Kingston Server Premier im Sinn, aber nicht zum aktuellen Preis der letzten Komponente :( )
 
Solange das System noch läuft ganz schnell mit Rescuezilla ein Image ziehen. Dann min. eine gleichgroße Platte einbauen und zurückspielen. Sollte eigentlich alles normal hochfahren. Die einzelnen PVE Ordner zu sichern lohnt aber auch immer mal wieder :-) Ein Grund das ich meine PVE Konfig so gering wie möglich halte :-) Aber ja, ein Wiki ist im Worstcase immer hilfreich :-)
 
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Reactions: Johannes S
Ich schätze mit den Media Errors bzw den Unrecovered Read Error ist ddrescue schon passend. Werde das jedenfalls versuchen, die Kingston NVMe ist bestellt, voraussichtlich erst Fr / Sa da :confused:

Wenn es nicht hinhaut habe ich mittlerweile alles im GUI protokolliert was mir so einfällt. Es sind halt lästige Sachen wie die User, Rollen oder eben Kleinigkeiten wie die Ntfy Benachrichtigungen, die ich irgendwann mal eingerichtet habe und nichts davon mehr im Kopf habe. Mit der zusätzlichen Sicherung von /etc und /root sollte ich Notfalls nochmal auf alles zurückgreifen können. Bei Problemen oder Fragen schreib ich einfach nochmal hier rein.

Bzw. egal bei welchem Ausgang gebe ich ne entsprechende Rückmeldung.
 
Der Befehl ist tip top, danke!
Damit hätte ich mir eine ganze Reihe an Befehlen und gesicherte Ausgaben sparen können :D