Anfängerfragen - LVM/ZFS, Template, Balloontreiber, Konsole

Computerboss

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Nov 29, 2023
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Hallo zusammen :)

ich bin noch ganz neu in der Proxmox Welt unterwegs und habe ein paar Fragen und würde mich sehr über euren Rat sowie Erfahrungswerte freuen :)

1. Meine Erste Frage dreht sich um den Storage. Macht es für den Heimanwender einen großen Unterschied ob man ZFS oder LVM-Thin verwendet? (Ein LVM-Thin Storage wird ja bei der Installation direkt eingerichtet)
Es geht mir hauptsächlich um Windows VMs, welche auf eine SSD platz finden sollen.
Ich bin bei Linux noch ganz neu und sonst in der Windows Welt Unterwegs, also RAID, NTFS etc. sagt mir etwas bei LVM-Thin und ZFS habe ich mal gelesen, was es für Unterschiede gibt, beispielsweise allokiert LVM-Thin nicht gleich allen Speicher was zu einer schelchteren Performance führen kann dafür aber nur der tatsächlich benötigte Speicher benötigt wird. Wie ist das bei ZFS? ZFS soll ja was die Datenintegrität angeht sehr gut sein.

Was habt ihr zur Auswahl und warum? Was würdet Ihr mir raten für Windows VMs zu verwenden?

2.Die zweite Frage dreht sich um die Erstellung einer VM. Gerne würde ich mir hierfür ein Template vorbereiten und vielleicht den ein oder Wert, wie Beispielsweise RAM oder SSD Platz anpassen. Mir geht es nicht darum, dass Windows schon installiert ist, das ist ja etwas umständlicher mit Sysprep etc. Mir geht es darum, ob ich einfach eine VM Erstellen kann, welche ich NICHT starte und direkt ein Template daraus erstelle. Mit dem Template dann immer einen Voll Klon mache. Ist das praktikabel?
Ich dachte, dass ich so keine Einstellungen vergessen kann.

2.1 Gibt es so etwas wie PowerShell zum verwalten von Proxmox. Das man dadurch leicht VMs erstellen kann oder rechnet sich der Aufwand nicht? Ich möchte jetzt nicht unzählige VMs erstellen, möchte es aber einheitlich haben.


3. Für Windows habe ich einmal für Windows 10, sowie Windows 11 einen Best Practice Guide gefunden:
https://pve.proxmox.com/wiki/Windows_10_guest_best_practices
https://decatec.de/home-server/prox...rtuelle-maschine-installieren-und-einrichten/

Habt ihr für mich Empfehlungen wie man am besten eien Windows VM erstellt?
Im speziellen geht es mir um Einstellungen wie Beispielsweise den Maschinentyp (q35 oder i440fx) wo ist da der Unterschied, was bedeutet das?
Ist der "VirtIO SCSI single" die beste Wahl oder doch lieber einen anderen SCSI Controller für Windows verwenden?

Discard/Trimm muss man ja wohl auf jeden Fall anschalten und SSD Emulation soll auch empfehlenswert sein.
Was habt ihr Beim Thema Cache für Erfahrungen? Ein Artikel empfiehlt Write Back.

3.1 Wenn ich das richtig verstehe ist das Ballooning Gerät gleich zu setzen mit dynamischem Arbeitsspeicher. Ist das unter Windows empfehlenswert? Läuft das gut?


4. Welche Konsole verwendet Ihr? Ich finde noVNC super, vermisse aber die Zwischenablage. Ich habe gelesen, das man auch SPICE verwenden kann, dann müsste man aber bei der Grafikkartenhardware etwas ändern und braucht im Anschluss noch passende Treiber. Bisher habe ich dann lieber RDP verwendet.


Wahnsinnig viele Fragen und ich würde mich sehr über eure Rückmeldungen und vorallem Erfahrungswerte freuen und bin über jeden Tipp Dankbar :)

Viele Grüße und dankeschön für eure Zeit, falls ihr bis hier her gelesen habt :)
 
1. Meine Erste Frage dreht sich um den Storage. Macht es für den Heimanwender einen großen Unterschied ob man ZFS oder LVM-Thin verwendet? (Ein LVM-Thin Storage wird ja bei der Installation direkt eingerichtet)
Das hängt von deinen Ansprüchen und Budget ab. Wenn dir deine Daten und nützliche Features wichtiger sind als Performance dann ZFS. ZFS hat aber auch seine Anforderungen (wie das man nach Möglichkeit viel ECC RAM und Enterprise SSDs nutzen sollte).


Wie ist das bei ZFS?
ZFS kann beides.


2.1 Gibt es so etwas wie PowerShell zum verwalten von Proxmox. Das man dadurch leicht VMs erstellen kann oder rechnet sich der Aufwand nicht? Ich möchte jetzt nicht unzählige VMs erstellen, möchte es aber einheitlich haben.
Klar. Halt die normale Konsole von Linux verwenden. Sehr vieles geht auch nur über diese da das webUI keine fortgrschrittenen Dinge bietet.


Habt ihr für mich Empfehlungen wie man am besten eien Windows VM erstellt?
Im speziellen geht es mir um Einstellungen wie Beispielsweise den Maschinentyp (q35 oder i440fx) wo ist da der Unterschied, was bedeutet das?
i440fx emuliert uralte Hardware. Q35 emuliert alte Hardware. ;) Du kannst ja mal nach den gleichnamigen physischen Mainboard-Chipsetzen gucken.
Q35 kennt daher z.B schon PCIe, i440fx aber noch nicht. Q35 wäre also z.B. gut wenn du PCIe Geräte in eine VM durchreichen willst.
Für Win11 würde ich da z.B. Q35 mit OVMF nehmen damit du secure boot über Software TPM hast. Sonst musst du da ja tricksen, dass sich Win11 ohne TPM installieren lässt.


Ist der "VirtIO SCSI single" die beste Wahl oder doch lieber einen anderen SCSI Controller für Windows verwenden?
Ja. Daher ist der auch als Standard eingestellt.


Discard/Trimm muss man ja wohl auf jeden Fall anschalten und SSD Emulation soll auch empfehlenswert sein.
Ja, Discard/TRIM solltest du bei Storage mit Thin-Provisioning wie ZFS und LVM-Thin immer eingerichtet haben.

Was habt ihr Beim Thema Cache für Erfahrungen? Ein Artikel empfiehlt Write Back.
Bei ZFS z.B. garkein Caching da bereits im ARC gecacht wird. Drittes mal die gleichen Daten im RAM cachen macht es nicht besser.
Und ohne USV würde ich persönlich z.B. auch kein Writeback nutzen wollen, weil dir dann beim Kernekcrash/Stromausfall mehr Daten verloren gehen.

3.1 Wenn ich das richtig verstehe ist das Ballooning Gerät gleich zu setzen mit dynamischem Arbeitsspeicher. Ist das unter Windows empfehlenswert? Läuft das gut?
Ich finde es nicht sonderlich nützlich wenn man Stabilität will. Besser genug RAM kaufen, dass man garnicht erst Overprovisioning beim RAM betreiben muss. Weil Ballooning kümmert sich nicht darum ob die VM den RAM braucht oder nicht. Geht dem Host der RAM aus klaut er sich den von den VMs ohne Rücksicht auf Verluste und die VM muss dann damit klarkommen, dass sie plötzlich weniger RAM hat als vorher. Erst wird das GastOS dann versuchen Caches zu leeren um RAM freizumachen. Ist da nicht unnötiges mehr wird es anfangen deine Windowsdienste einen nach den anderen zu killen.
Also du verlagerst damit ein "Host killt ganze VMs" auf "VM killt wichtige Dienste vom GastOS" aus.
Eigentlich nur nützlich wenn du deinen VMs mehr RAM zuweist als dessen Dienste wirklich brauchen damit mehr vom GastOS aus gecacht werden kann.

4. Welche Konsole verwendet Ihr? Ich finde noVNC super, vermisse aber die Zwischenablage. Ich habe gelesen, das man auch SPICE verwenden kann, dann müsste man aber bei der Grafikkartenhardware etwas ändern und braucht im Anschluss noch passende Treiber. Bisher habe ich dann lieber RDP verwendet.
Ja, SPICE ist sehr nett. Kann z.B. auch Remote USB Geräte benutzen etc. Aber braucht jeder Client halt den virt-viewer installiert.
 
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Vielen herzlichen Dank dir für deine super ausführliche Antwort!

Das hängt von deinen Ansprüchen und Budget ab. Wenn dir deine Daten und nützliche Features wichtiger sind als Performance dann ZFS. ZFS hat aber auch seine Anforderungen (wie das man nach Möglichkeit viel ECC RAM und Enterprise SSDs nutzen sollte).
Daten sind mir definitiv wichtiger. Ich denke mit einer SSD solte die Performance immer ausreichend sein oder wird derart viel Leistung von ZFS gefressen? Gibt es da Kennzahlen wie viel performanter LVM ist?

ECC RAM hat mein Server :)
Eine Enterprise SSD nutze ich aber nicht, ist lediglich eine normale NVME SSD, ohne Power Loss Protection. Ist es trotzdem ratsam ZFS einzusetzen? Eine USV habe ich. Müsste ich nur noch mit Proxmox verknüpfen :)

Klar. Halt die normale Konsole von Linux verwenden. Sehr vieles geht auch nur über diese da das webUI keine fortgrschrittenen Dinge bietet.
Hmm, ok dann schaue ich mal ob ich das brauche, oder ob es für ein paar VMs nicht doch irgendwann per GUI so drinn ist, das man immer die gleichen Einstellungen vornimmt. Sonst müsste man sich irgendwie ein Script basteln, dies wäre erstmal wieder viel Arbeit hmm.



i440fx emuliert uralte Hardware. Q35 emuliert alte Hardware. ;) Du kannst ja mal nach den gleichnamigen physischen Mainboard-Chipsetzen gucken.
Q35 kennt daher z.B schon PCIe, i440fx aber noch nicht. Q35 wäre also z.B. gut wenn du PCIe Geräte in eine VM durchreichen willst.
Für Win11 würde ich da z.B. Q35 mit OVMF nehmen damit du secure boot über Software TPM hast. Sonst musst du da ja tricksen, dass sich Win11 ohne TPM installieren lässt.
Ah ok, danke dir das hilft mir weiter! Dann beleasse ich das so. DIe Chipsätze sagen mir wirklich garnichts, scheint ja wirklich sehr alt zu sein :D

Ja. Daher ist der auch als Standard eingestellt.
Ok, super dann passt das in jedem Fall :)
Ja, Discard/TRIM solltest du bei Storage mit Thin-Provisioning wie ZFS und LVM-Thin immer eingerichtet haben.
Super, dann habe ich da alles richtig gemacht, danke dir :)



Bei ZFS z.B. garkein Caching da bereits im ARC gecacht wird. Drittes mal die gleichen Daten im RAM cachen macht es nicht besser.
Und ohne USV würde ich persönlich z.B. auch kein Writeback nutzen wollen, weil dir dann beim Kernekcrash/Stromausfall mehr Daten verloren gehen.
Ah ok, dann belasse ich das auch lieber bei Standard, kein Cache. Datenverlust wäre unschön und so viel mehr Performance brauche ich mit Sicherheit nicht bei einer eh schon recht performanten SSD :)


Ich finde es nicht sonderlich nützlich wenn man Stabilität will. Besser genug RAM kaufen, dass man garnicht erst Overprovisioning beim RAM betreiben muss. Weil Ballooning kümmert sich nicht darum ob die VM den RAM braucht oder nicht. Geht dem Host der RAM aus klaut er sich den von den VMs ohne Rücksicht auf Verluste und die VM muss dann damit klarkommen, dass sie plötzlich weniger RAM hat als vorher. Erst wird das GastOS dann versuchen Caches zu leeren um RAM freizumachen. Ist da nicht unnötiges mehr wird es anfangen deine Windowsdienste einen nach den anderen zu killen.
Also du verlagerst damit ein "Host killt ganze VMs" auf "VM killt wichtige Dienste vom GastOS" aus.
Eigentlich nur nützlich wenn du deinen VMs mehr RAM zuweist als dessen Dienste wirklich brauchen damit mehr vom GastOS aus gecacht werden kann.
Danke, dass du Licht ins dunkle gebracht hast :)
Dann lasse ich das Ballooning auf jeden Fall weg.

Ja, SPICE ist sehr nett. Kann z.B. auch Remote USB Geräte benutzen etc. Aber braucht jeder Client halt den virt-viewer installiert.
Hmm, ich glaube ich belasse das erstmal alles auf Standard und nutze einfach RDP :)



Nochmals vielen herzlichen Dank dir für die sehr ausführliche Rückmeldung und den Austausch :)
 
oder wird derart viel Leistung von ZFS gefressen?
Ja, das ist schon nennenswert. Z.B. weil ZFS viele Sync Writes macht und hat deine SSD keine PLP fällt die Performance bei Sync Writes gleich mal um Faktor 100 oder 1000. Dann ist ZFS komplett auf Datenintegrität getrimmt. Da ist alles doppelt und dreifach abgesichert, was natürlich dann auch zusätzlicher aufwand ist.

Eine Enterprise SSD nutze ich aber nicht, ist lediglich eine normale NVME SSD, ohne Power Loss Protection. Ist es trotzdem ratsam ZFS einzusetzen?
Nein, ist dann nicht mehr ratsam. Da ist die Consumer SSD dann das schwächste Glied in der Kette, wenn du ansonsten schon nette Enterprise Hardware hast. Laufenlassen kann man ZFS natürlich trotzdem, aber wie lange die SSD dann überlebt und ob sie schnell genug ist, hängt dann stark von deiner Workload ab. Alles was Sync Writes macht (wie z.B. Datenbanken) oder viel schreibt wäre dann ziemlich schlecht.

Ah ok, danke dir das hilft mir weiter! Dann beleasse ich das so. DIe Chipsätze sagen mir wirklich garnichts, scheint ja wirklich sehr alt zu sein :D
Der eine 1996 und der andere 2007 ;)
 
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Ja, das ist schon nennenswert. Z.B. weil ZFS viele Sync Writes macht und hat deine SSD keine PLP fällt die Performance bei Sync Writes gleich mal um Faktor 100 oder 1000. Dann ist ZFS komplett auf Datenintegrität getrimmt. Da ist alles doppelt und dreifach abgesichert, was natürlich dann auch zusätzlicher aufwand ist.
Hmm, ok dann bleibe ich glaube beim Standardmäßigen LVM-Thin.
Nein, ist dann nicht mehr ratsam. Da ist die Consumer SSD dann das schwächste Glied in der Kette, wenn du ansonsten schon nette Enterprise Hardware hast. Laufenlassen kann man ZFS natürlich trotzdem, aber wie lange die SSD dann überlebt und ob sie schnell genug ist, hängt dann stark von deiner Workload ab. Alles was Sync Writes macht (wie z.B. Datenbanken) oder viel schreibt wäre dann ziemlich schlecht.
Datenbanken sollen keine laufen, aber dann bleibe ich bei LVM-Thin, weil die Hardware auch nicht mehr die neuste ist, ist ein Dell PowerEdge T20 :)
Der eine 1996 und der andere 2007 ;)
Wow, das ist doch schon sehr alt in der Technik Welt ja schon uralt :)
Ich erinnere mich, das es q77 und z77 Chipsätze von Intel gab, das ist ja auch schon ein Stück her Dann war das wohl der Vorgänger. Wahnsinn, dass es auf so uraltem Chipsatzen basiert.

Vielen Dank dir nochmals für deine schnelle und ausführlcihe Antwort!
Ein schönes Wochenende wünsche ich dir :)
 
Datenbanken sollen keine laufen, aber dann bleibe ich bei LVM-Thin, weil die Hardware auch nicht mehr die neuste ist, ist ein Dell PowerEdge T20
Ich weiß ja nicht was du laufenlassen willst, aber so gut wie alle Dienste die man sich so selbst hosten will haben eine SQLite, MySQL oder PostgreSQL im Hintergrund. Nextcloud, Paperless, Pihole, Home Assiatant, ... PVE selbst.
 
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noch ein kurzer einwurf von mir.
Enterprise-Sata SSD's und zum teil auch ältere NVMe-SSDs (U2) bekommt man derzeit recht günstig (150€ für 1.6-2TB) auf bekannten asiatischen Plattformen (ich selbst nutze z.b. ältere Intel S3610 Sata SSD's). Die waren laut Smart brandneu und die haben absolut keinen Stress mit ZFS. die haben auch kranke Schreib-Endurance von 10 PBW, da muss man wenig Angst haben, dass man sie kaputtschreibt.

Auch gebrauchte Enterprise-SSD's von Ebay und Co können sinnvoll sein, da muss man aber die Smart-Werte vorher anschaun um sicherzustellen, dass die nicht schon totgeschrieben wurden.

Auf jeden Fall ist jede Enterprise-SSD für den Einsatz im Server besser als selbst die schnellste Konsumer-SSD.
 
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Ich weiß ja nicht was du laufenlassen willst, aber so gut wie alle Dienste die man sich so selbst hosten will haben eine SQLite, MySQL oder PostgreSQL im Hintergrund. Nextcloud, Paperless, Pihole, Home Assiatant, ... PVE selbst.
Das stimmt natürlich :) das spricht dann nochmals mehr für LVM-Thin :)

Auf jeden Fall ist jede Enterprise-SSD für den Einsatz im Server besser als selbst die schnellste Konsumer-SSD.
Danke dir für die Rückmeldung! Die haltbarkeit von 10PBW ist ja wirklich super viel, ich werde mich mal umschauen. Bis jetzt läuft alles ganz gut, bei der nächsten SSD Anschaffung werde ich mich mal damit beschäftigen, danke dir auf jeden Fall für den Input!
 

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